Wetten, dass…?

Seit 1981 (ZDF). Große Samstagabendshow von Frank Elstner.

Kandidaten führen außergewöhnliche Ausdauer-, Gedächtnis oder Geschicklichkeitsleistungen vor und wetten, ein bestimmtes Pensum zu schaffen, meistens innerhalb einer vorgegebenen Zeit. Zwischendurch gibt es Talks mit Prominenten und Showblöcke.

In der ersten Sendung am 14. Februar 1981 trat ein Mann an, der vorgab, die Zahl Pi auf 100 Stellen hinter dem Komma auswendig zu kennen, ein Mädchen sprang vom Ein-Meter-Brett ins Wasser, ohne mit dem Kopf unterzutauchen, und ein Mann pustete eine Wärmflasche auf, bis sie platzte. Später konnten Kandidaten von allen zweistelligen Zahlen im Kopf die 13.  Potenz berechnen, Lieder auf Langspielplatten anhand des Aussehens der Rillen erkennen, Äpfel mit einem Handhieb spalten und einen LKW auf vier Biergläsern parken. Letztere war eine sehr typische Wette, denn oft wurde schweres Gerät aufgefahren, um Übungen zu demonstrieren, für die eigentlich Fingerspitzengefühl nötig war. So wurden Flaschen mit einem Gabelstapler geöffnet, mit einem Bagger eine Frau ausgezogen oder eine Nudel, die lose zwischen zwei Traktoren geklemmt war, ohne zu brechen oder zu fallen einige Meter transportiert und dann in einen Kochtopf geworfen.

Die Show lief anfangs acht-, später sechsmal im Jahr um 20.15 Uhr live aus großen Hallen in verschiedenen Städten. Sie wurde als Eurovisionssendung auch in Österreich und der Schweiz gezeigt und regelmäßig auch in diesen Ländern veranstaltet. Häufigste Veranstaltungsorte, mit jeweils mehr als zehn Sendungen, waren Basel und Saarbrücken.

Frank Elstner hatte Wetten, dass …? erfunden und moderierte es 39‑mal. Seine letzte Wettshow wurde am 04. April 1987 gesendet. Seinen Nachfolger hatte Elstner geheim gehalten und wollte ihn erst in dieser Sendung präsentieren, doch niemand war überrascht, als Thomas Gottschalk hereinkam. Dieser moderierte 36 Sendungen bis Mai 1992 und wurde von Wolfgang Lippert abgelöst, weil Gottschalk sich ganz auf seine neue Late-Night-Show bei RTL konzentrieren wollte. Schon im nächsten Jahr beschloss er zurückzukehren; Lippert, der keine glückliche Figur abgegeben hatte, wurde kurzerhand gefeuert, und Gottschalk feierte im Januar 1994 sein umjubeltes Comeback, wobei er seinen Vorgänger mit keinem Wort erwähnte. Seitdem moderiert Gottschalk das Wettspiel, das als eine von vielen Samstagabendshows begann, als einzige Vertreterin dieses traditionsreichen Genres überlebte und sich zur erfolgreichsten Einzelsendung in Europa entwickelte. Die Sendezeit verlängerte sich über die Jahre von eineinhalb auf zweieinhalb Stunden. Die Moderatoren überzogen ohnehin, egal wie viel Zeit angesetzt war.

Jede Wette hatte einen prominenten Paten. Frank Elstner veranstaltete zunächst stets einen Talk mit allen prominenten Gästen, bevor dann alle Wetten nacheinander stattfanden. In der Premierensendung war schon mehr als eine Stunde vergangen, bis es überhaupt zur ersten Wette kam. Die Erklärung der komplizierten Spielregeln trug ein Übriges dazu bei. Die Paten saßen auf Sesseln und hatten vor sich eine Anzeige, auf der auf Knopfdruck aufleuchtete, welchen Wettausgang sie tippten. Jeder Prominente machte bei jeder Wette mit, für den Kandidaten, dessen Pate man war, musste man „Ja“ tippen, für „Klar schafft der das“. Unschlüssige Gäste prägten das „Jein“, das natürlich nicht galt.

Parallel tippten auch Fernsehzuschauer zu Hause per TED den Wettausgang. Die TED-Zuschauer waren im Vorfeld ausgewählt worden, einen offenen Aufruf zum Anrufen an alle Fernsehzuschauer gab es noch nicht. Je nach Zuschauervotum und Ausgang wurden anschließend Punkte verteilt. Wer gegen die Mehrheit richtig gewettet hatte, bekam entsprechend viele Punkte. Wer mit der Mehrheit richtig getippt hatte, weniger, und wer falsch lag, gar keine. Wettkönig war am Ende der Kandidat des prominenten Paten, der die meisten Punkte erspielt hatte, sein Gewinn war der mit 100 multiplizierte Punktestand in D-Mark.

Bei Gottschalk wurde alles abwechslungsreicher und simpler. Der Rhythmus war nun: Talk mit Promipate, Wette, Showblock, Promitalk, Wette, Showblock usw. Die komplizierten Regeln verschwanden, jeder Pate tippte nur noch bei der Wette des eigenen Kandidaten und so wie er wollte, das Publikum wettete nicht mehr mit, es gab keine Punkte mehr, und Wettkönig wurde, wen die Fernsehzuschauer – jetzt alle – per TED dazu wählten. Der Gewinnbetrag war nun die mit 100 multiplizierte Prozentzahl des Wahlergebnisses.

Die Stars nahmen nicht mehr auf Einzelsitzen Platz, sondern auf einer gemütlichen Couch. Der neue Spielmodus, der aus dem zwar komplizierten, aber durchgängigen Konzept eine Nummernrevue machte, und die Couch, die keine einzelnen Sitzplätze erkennen ließ, ermöglichte es nun den internationalen Stargästen, vorzeitig wieder zu verschwinden. Gottschalk begrüßte viel häufiger als Elstner internationale Stars, die mit Knopf im Ohr für die Simultanübersetzung dasaßen, aber ganz dringend wieder weg mussten. Die Übersetzung nahm Tempo und Spontaneität aus den Gesprächen, teilweise auch den eigentlichen Inhalt (die gerade Mutter gewordene Sängerin Madonna sagte zu einer strickenden Dame: „Können Sie meinem Sohn einen Hut machen?“, der Dolmetscher übersetzte es mit: „Können Sie mir da einen Sonnenhut draus machen?“).

Gottschalks Interviews mit deutschen und internationalen Prominenten liefen meist nach dem Multiple-Choice-Prinzip ab, das dem Gast nur begrenzte Antwortmöglichkeiten gab. Dabei mussten sich die Möglichkeiten „entweder“ und „oder“ keinesfalls ausschließen: „Ist es denn so, dass du gar nicht mehr auf die Straße gehen kannst, ohne erkannt zu werden, oder sagst du eher, das macht mir nichts aus, ich genieße das.“ Die Antwort wartete Gottschalk dann aber ohnehin nicht ab, bevor er weiterredete.

Wer falsch getippt hatte, musste einen Wetteinsatz einlösen, z. B. singen, tanzen oder sich albern verkleiden, etc. Dieter Thomas Heck radelte 1983 in zehn Tagen rund 800 km weit von Bexbach an der Saar zur Funkausstellung nach Berlin. Die Transitstrecke Helmstedt-Berlin musste er allerdings auf dem Heimtrainer im Bus absolvieren, weil die DDR-Behörden die Durchreise auf dem Fahrrad verweigerten. Im gleichen Jahr moderierte der Showmaster Joachim Fuchsberger seine Show Auf los geht’s los komplett im Nachthemd, weil er bei Elstner seine Wette verloren hatte. Oft verbanden die Stars ihre Wetteinsätze mit einem guten Zweck.

Zu Beginn jeder Show gab es eine Saalwette. Der Moderator trug mehrere Vorschläge aus dem Saalpublikum vor, das durch Applaus entschied, welche angenommen wurde. Die Redaktion hatte dann bis zum Schluss der Sendung Zeit, z. B. 50 Nonnen mit Fahrrädern aufzutreiben, zehn Lehrer mit Schulranzen und einem eigenen Zeugnis von früher, auf dem sie eine Sechs hatten, oder drei Schiffskapitäne, die von Matrosen getragen in vollen Badewannen sitzen und „In meiner Badewanne bin ich Kapitän“ singen. Der Saalkandidat, der sich die Wette ausgedacht hatte, saß derweil mit den Promis auf der Couch (zeitweise auch nur in der ersten Reihe im Publikum). Wenn die Redaktion es tatsächlich nicht schaffte, musste der Moderator einen Wetteinsatz einlösen. Wolfgang Lippert führte zu diesem Zweck ein mit Wasser gefülltes Bassin ein, in das er im Fall der Niederlage hineinrutschte. Gottschalk bezeichnete das Bassin nach seiner Rückkehr als Erblast. Im Herbst 2001 wich die Saalwette einer Stadtwette, bei der die Gastgeberstadt eine Aufgabe zu erfüllen hatte.

Wetten, die wegen Platzmangels außerhalb der Halle stattfinden mussten, wurden von wechselnden Gastmoderatoren präsentiert. Zwischen 1998 und 2003 war zunächst Olli Dittrich ständiger Außenmoderator und dann Anastasia Zamponis, bevor die Show wieder wechselnde Gäste beschäftigte.

Die Showblöcke bestritten die berühmtesten Künstler, die zu kriegen waren. Weltstars wie Phil Collins, Elton John, Tina Turner, Rod Stewart, Cliff Richard, Chris de Burgh und Robbie Williams waren Stammgäste. Die häufigsten Gaststars waren Udo Jürgens, Peter Maffay und Herbert Grönemeyer. Eine Sensation war der erste Auftritt von Michael Jackson in einer Unterhaltungsshow im November 1995. In der gleichen Sendung war auch Gerhard Schröder zu Gast, der ein weiteres Mal im März 1999 zu Wetten, dass…? kam, womit zum ersten Mal ein amtierender deutscher Bundeskanzler als Wettpate auf der Couch saß. 18 Millionen Menschen sahen allein in Deutschland zu. Daneben saßen an diesem Tag Helmut Dietl, Veronica Ferres und Harald Schmidt. Dietl war Regisseur, Schmidt und Ferres Hauptdarsteller im gerade startenden Kinofilm „Late Show“, in dem auch Gottschalk eine Hauptrolle spielte.

Die Schleichwerbung war unter Gottschalk einer der meistkritisierten Punkte der Show. Für etliche Teile der Show trat ein Sponsor auf, die meisten der Stargäste hatten sowieso einen Film, eine CD, ein Buch, eine Serie oder sonst etwas zu bewerben. Gottschalk und ZDF-Intendant Markus Schächter rechtfertigten sich, alles sei im Rahmen des Erlaubten und die Show anders nicht finanzierbar.

Am 16. Mai 1981 wettete Karlheinz Böhm außer der Reihe und sichtlich bewegt mit den Fernsehzuschauern, „dass nicht einmal jeder dritte [Zuschauer] eine Mark gibt, um Hunger leidenden Menschen zu helfen“. Wenn doch, wolle er selbst nach Afrika gehen und helfen. Er gewann die Wette – es kamen nur 1,7 Millionen DM zusammen – und ging trotzdem. Das Geld wurde der Grundstock für seine Aktion „Menschen für Menschen“.

In der 25. Sendung am 15. Dezember 1984, Gast war u. a. der österreichische Bundeskanzler Fred Sinowatz, stürmten fünf Umweltschützer von Robin Wood die Bühne. Der Sicherheitsdienst wollte sie abführen, Elstner ging dazwischen und sagte: „Aus meiner Sendung wird niemand herausgeworfen“. Er unterhielt sich einige Minuten mit den Störenfrieden über ihr Anliegen, und danach waren alle wieder brav.

Einen mittleren Skandal verursachte ein Kandidat, der am 03. September 1988 bei Gottschalk wettete, er könne die Farbe von Buntstiften am Geschmack erkennen. Er schaffte es und gab anschließend zu, geschummelt zu haben. Er outete sich als Bernd Fritz, Redakteur der Satirezeitschrift „Titanic“, und verwies auf das Heft, in dem man nachlesen könne, wie er das Team gelinkt habe. Dort stand dann lediglich, dass er unter seiner schwarzen Brille durchgelinst und die Farben gesehen habe. Fortan gab es viel dickere Brillen und meist zwei übereinander, wenn man blind etwas erkennen sollte.

Von 1996 bis 2000 präsentierte Gottschalk jährlich im Dezember eine Spezialausgabe unter dem Titel Kinder Wetten, dass…?, in der Kinder ihre Wetten einzulösen versuchten. Danach wurde die Kinder-Wette als fester Bestandteilwette in die große Abendshow integriert, jedoch außer Konkurrenz.

Wetten, dass … erhielt den Deutschen Fernsehpreis 1999 für die beste Show.

Geld oder Liebe

1989–2001 (ARD). Große Abendspielshow mit Jürgen von der Lippe.

Spiele für Singles mit je, drei Frauen und drei Männer, die einen außergewöhnlichen Beruf, ein kurioses Hobby oder eine ungewöhnliche Fähigkeit haben. Die jeweils anderen fünf Kandidaten müssen diese aus drei vorgegebenen Möglichkeiten erraten. Von der Lippe erzählt frei, übertreibt, Fachwissen sprudelt aus ihm heraus, und nach beispielsweise einem umfassenden Biologieexkurs schließt er mit den Worten: „Aber das wissen Sie natürlich alles“. Nach der jeweiligen Raterunde folgt ein erklärender Film über das Hobby oder den Beruf oder eine Bühnenvorführung des Kandidaten.

Daneben gibt es weitere Aktionsspiele, lustige Partyspielchen, eine Mischung aus Dalli Dalli und Kindergeburtstag, die die  Kandidaten einzeln oder in wechselnden Paarungen gegeneinander bestreiten. Für richtige Antworten oder gewonnene Spiele gibt es Geld. Erst am Ende der Show werden  die erspielten Beträge eingeblendet. Die Kandidaten müssen sich dann für „Geld“ oder „Liebe“ entscheiden und ein entsprechendes Schild hochhalten.

Entscheiden sie sich für „Geld“, bekommen sie den doppelten erspielten Betrag, in der Regel zwischen 500 und 2500 Mark. Entscheiden sie sich für „Liebe“, bekommen sie ihr erspieltes Geld nicht, haben aber die Chance auf eine höhere Summe: Die Fernsehzuschauer wählen per TED das Siegerpaar des Abends. Diese beiden Sieger gewinnen je 5000 Mark. Wählt das Publikum einen Kandidaten in das Gewinnerpaar, der sich zuvor für „Geld“ entschieden hat, geht dessen Anteil in den Jackpot und erhöht die Gewinnsumme für das Siegerpaar der nächsten Sendung. Die Kandidaten, die „Liebe“ gewählt, aber nicht gewonnen haben, bekommen als Trostpreis Fanartikel von Geld oder Liebe. Über diese scherzte von der Lippe stets, dass man sie zwar nicht kaufen könne, ihr Schwarzmarktwert aber enorm hoch sei.

Von der Lippe hatte die Show gemeinsam mit Wendelin Haverkamp konzipiert. Es war eine der wenigen Sendungen im deutschen Fernsehen, die nicht von einem ausländischen Vorbild adaptiert wurden. Die jedes Mal anderen Spiele dachte sich Klaus de Rottwinkel aus, der auch die Spiele für Alles nichts oder?! erfand. Lediglich das „Kiosk-Spiel“ war eine feste Einrichtung: Ein Kandidatenpaar steht in einem Kiosk, an dessen Front über den Köpfen des Paares Begriffe erscheinen, die nur das Studiopublikum sehen kann. Das muss diese Begriffe durch Gesten oder Geräusche darstellen, und die Kandidaten müssen sie erraten. Von der Lippe bedient dabei die mechanische Begriffsanzeige mit einem großen Hebel. Weil in jeder zweiten Sendung die Anzeige oben hängen blieb und per Hand nachgeholfen werden musste, wurde nicht etwa eine computergesteuerte Digitalanzeige, sondern ein ständiger Hochsitz eingeführt. Auf dem nahm anfänglich einer der Assistenten („Die international Erfahrenen“) von der Lippes Platz, später immer ein Zuschauer, der dem Gerät den nötigen Schubs geben konnte.

Zu Beginn jeder Show erzählte Jürgen von der Lippe selbst ein paar Witze und las Witze vor, die ihm Kinder geschickt hatten. Dafür erhielten sie eine Flasche Schokolinsen, später kamen zwei Plüschtiere dazu. Zu den Maskottchen der Show waren inzwischen der Geld-Otter und der Otter Liebe geworden (die Erklärung liegt im Titel: „Geld Otter Liebe“). Weitere kleine Elemente ergänzten die Spielrunden, gerne etwa ein Fotowettbewerb, bei dem die Zuschauer zu vorgegebenen Oberthemen Bilder einsandten, denen von der Lippe dann witzige Untertitel gab. Das Saalpublikum stimmte anschließend über das Siegerbild ab.

Ein Ritual waren von der Lippes nicht enden wollende Anmoderationen für die in den Showblöcken auftretenden Künstler, deren komplette Biografie er referierte und deren Musik er stets in den allerhöchsten Tönen lobte. Der sonst scheinbar so alberne Showmaster demonstrierte durch die Auswahl der musikalischen Gäste eine enorme Musikkompetenz. Er lud überwiegend unbekannte Künstler mit eingängigen, aber anspruchsvollen Liedern ein. Der Auftritt in Geld oder Liebe bescherte vielen Musikern einen Hit in den Charts, wenn auch nicht unbedingt noch einen Folgehit. Bekannt wurden hier u. a. Soraya („Suddenly“), Natalie Imbruglia („Torn“), Jonny Lang („Lie To Me“), Dakota Moon („Another Day Goes By“) und Eagle-Eye Cherry („Save Tonight“). Geld oder Liebe war die Sendung, die – mehr noch als Wetten, dass…?Menschen dazu brachte, am folgenden Montag in die Plattenläden zu gehen.

Ein weiteres Ritual war die ausführliche Erklärung der Endziffernzuteilung für die Telefonabstimmung per TED. Bei drei männlichen und drei weiblichen Kandidaten gab es neun Möglichkeiten der Paarbildung, jede mögliche Konstellation hatte ihre eigene Endziffer. Sie waren auf einem Schaubild zugeordnet, über das von der Lippe ausführlich referierte und per Stichprobe im Studiopublikum testete, ob das nun alles verstanden worden sei. Für richtige Antworten bekamen die Zuschauer ein „Gläschen Sekt“.

Das Geheimnis der leisen Show war ihre Warmherzigkeit. Wer am Ende wie viel gewinnen würde, war die ganze Sendung über zweitrangig. Es ging darum, einen geselligen Abend mit sympathischen Gästen zu erleben, für die von der Lippe ein ähnlich aufrichtiges Interesse zeigte wie für die auftretenden Musiker. Zu den vielen Ritualen der Show gehörte auch von der Lippes Satz, wenn er jemanden verabschiedete: „Wir sehen uns ja gleich noch nach der Sendung“. Wenn er auf die Bühne kam, berührte er in einer merkwürdig liebevollen Geste die Haare mehrerer Leute im Publikum, an denen er vorbeikam. Er nannte dies „Handauflegen“. Ähnlich wie bei So isses machte die Einbeziehung der Zuschauer zu Hause durch kreative Aktionen aller Art einen wesentlichen Teil der Sendung aus.

Die Live-Sendung Geld oder Liebe lief zu Beginn donnerstags um 21.03 Uhr als 87-Minuten-Show. Im Februar 1993 wanderte sie auf den begehrten Samstagabend-Sendeplatz um 20.15 Uhr, wurde nach und nach auf etwa zwei Stunden verlängert und zu einer der erfolgreichsten Shows in der ARD. 1994  erhielt sie den Grimme-Preis.

Nach 90 Ausgaben nahm von der Lippe seinen Hut und hängte ihn zu Sat.1.

Kleine Werbeunterbrechung

Die Daily Show ist jetzt zwar nicht auf dem neuen Sender Comedy Central Deutschland zu sehen, aber immerhin komplett als Video auf deren Website, jeweils einen Tag später.
Vielleicht ist das einen Blogeintrag wert? Ich versuche momentan, die Show überall zu bewerben! 🙂 Vielleicht bekommt man sie so ins Programm von Comedy Central Deutschland. Bislang konnte man diese Show in Deutschland nur in der halbstündigen wöchentlichen Zusammenfassung auf CNN sehen.
Ein bisschen seltsam finde ich es schon, dass sie ihre bekannteste Sendung hier nicht mal außerhalb der Primetime zeigen wollen, aber im Netz ist besser als nichts.
 — Marco

Du rennst offene Türen ein! Und ich werbe gern mit Dir: The Daily Show with Jon Stewart ist eine der intelligentesten, witzigsten und informativsten Shows im amerikanischen Fernsehen. Es ist eine halbstündige Late Night Show im lockeren Korsett einer Nachrichtenparodie, deren Themen sich in den zehn Jahren ihres Bestehens von Showbusiness, Sport und Klamauk zu Politik und Medienkritik weiterentwickelten und die heute als eine der politisch relevantesten Sendungen des Landes gilt. Wohlgemerkt, eine Comedyshow! Stewart sitzt am Schreibtisch und kommentiert das Tagesgeschehen, zeigt dazu Ausschnitte aus Nachrichtensendungen und zerpflückt sie, falls sie sich nicht schon selbst entlarven.  „Korrespondenten“ berichten in Reportageparodien. Und dann kommt ein Talkgast. Wo anfangs noch wie in jeder anderen Late-Night-Show vor allem Schauspieler ihre neuen Filme oder Serien vorstellten, sitzen auf dem Gästestuhl heute überwiegend Politiker, politische Journalisten oder Autoren, die Bücher über die Regierung oder den Irak geschrieben haben. Und spätestens hier sind wir an einem Punkt, der leider erklärt, warum Comedy Central zögert, die Show ins Programm zu nehmen. Das Hauptproblem ist nicht einmal die Sprachbarriere, das ließe sich ja durch Untertitelung lösen. Das Hauptproblem ist das inhaltliche. Schon RTL2 musste Mitte der 90er-Jahre nach einem Jahr feststellen, dass sich hierzulande für eine Sendung wie die Late Show with David Letterman (auch so eine Schande, dass die bei uns nicht zu sehen ist) kaum ein Publikum finden lässt. Und Letterman macht die deutlich massenkompatiblere Show und hat die wesentlich prominenteren Gäste. Viele von Stewarts Gags begreift man nur, wenn man nicht nur weiß, wer George W. Bush ist, sondern auch z.B. Nancy Pelosi, John McCain, Dennis Hastert, Tony Snow oder die Agenda des Fox News Channels einordnen kann, eines seiner Lieblingsopfer. Zu Stewarts Gästen der vergangenen Wochen gehörten der Psychologieprofessor Harry Frankfurt, der frühere Gouverneur von Arkansas, Mike Huckabee, der Parteivorsitzende der amerikanischen Demokraten, Terry McAuliffe, und der stellvertretende Chefredakteur der „Washington Post“, Rajiv Chandraeskaran. Zweifellos alles interessante Leute, die durchaus etwas zu sagen haben, aber passt eine solche Sendung im deutschen Comedy Central zwischen Mundstuhl und Knacki Deuser?

Doch ich wollte ja Werbung machen. Es kommen natürlich auch noch viel hochkarätigere Gäste, die man sonst so gut wie nie im Fernsehen, und schon gar nicht in Unterhaltungsshows sieht. Zu Stewarts Gästen gehörten auch schon, teilweise wiederholt, Bill Clinton, Jimmy Carter, Stephen King, Erzbischof Desmond Tutu und der pakistanische Präsident Pervez Musharraf. Und Weltstars wie Robin Williams, George Clooney, Pierce Brosnan, Anthony Hopkins, Tom Selleck und Dustin Hoffmann kamen im vergangenen Jahr natürlich auch vorbei. Gut, und Borat.

Wer sich ein wenig für amerikanische Politik interessiert, wird die Show mögen und kann darin viel lernen. Moderatoren „echter“ Nachrichtensendungen beklagen, dass viele junge Zuschauer ihre Informationen mittlerweile aus der Daily Show beziehen. Untersuchungen zeigen zugleich, dass die Zuschauer der Daily Show überdurchschnittlich gebildet sind – vermutlich schon vorher. Neben etlichen Emmys, Peabodys und anderen Auszeichnungen gewann die Daily Show den Preis der amerikanischen Fernsehkritiker in zwei bisher gegensätzlich Kategorien: Als beste Comedysendung und als beste Informationssendung.

Eine Bereicherung für das deutsche Comedy Central wäre die Show in jedem Fall. Da aber die beim Sender sich nicht einmal sicher sind, wie man den „beliebtesten Late Night-Talker John Stewart“ schreibt, nämlich ohne H!, habe ich nicht den Eindruck, dass man sich dort ernsthaft für die Sendung interessiert. Schade. Doch wie Du schon sagst: Im Netz ist besser als nichts. Also bitte hier entlang, und viel Spaß!

Und zusätzlich gibt es ja weiterhin den wöchentlichen Zusammenschnitt bei CNN. Der wird jedes Wochenende gleich mehrmals gezeigt, ich habe nur den Eindruck, dass die genaue Anzahl und die Sendezeiten jede Woche neu ausgelost werden.

Las Vegas

2006 (Pro Sieben); seit 2007 (Kabel 1). US-Glitzerserie von Gary Scott Thompson („Las Vegas“; seit 2003).

Die Mitarbeiter des Montecito Hotel & Casino in Las Vegas kümmern sich um das Wohl der Gäste und Spieler und vor allem des Casinos selbst. Casino-Veteran Ed Deline (James Caan), der Manager und Chef des Sicherheitsteams, und sein Protegé Danny McCoy (Josh Duhamel) überwachen vom Kontrollraum aus auf den vielen Monitoren die Spieltische und sorgen dafür, dass niemand betrügt und niemand zu viel Glück hat. Ihr Verhältnis kühlt zunächst vorübergehend etwas ab, nachdem Ed Danny in der Pilotfolge mit seiner Tochter Delinda (Molly Sims) im Bett erwischt. Mary Connell (Nikki Cox) ist für das Unterhaltungsprogramm im Hotel verantwortlich. Sie ist eine gute Freundin Dannys, wäre aber insgeheim gern mehr. Sam Jane Marquez (Vanessa Marcil) sorgt dafür, dass es den wohlhabenden Gästen an nichts fehlt, und die kühle „Eiskönigin“ Nessa Holt (Marsha Thomason) ist die aufmerksame Chefin der Spieltische. Auf dem Parkplatz kümmert sich der immer informierte Mike Cannon (James Lesure) um die Karossen der Gäste.

Serie mit Tiefe, jedoch hauptsächlich, was die Dekolletés betrifft. In der zweiten und dritten Staffel gab es jeweils eine Folge, die eine Handlung fortsetzte, die in den USA am Vortag in der Serie Crossing Jordan begonnen worden war, mit Hauptfiguren aus beiden Serien. Da die Serien in den USA beim gleichen, in Deutschland jedoch bei konkurrierenden Sendern gezeigt wurden, bestand nie Anlass zur Hoffnung, diese Doppelfolgen würden auch hierzulande zusammenhängend gezeigt. Immerhin dachte Vox mit und zeigte die entsprechenden Folgen von Crossing Jordan einfach gar nicht.

Las Vegas lief mittwochs um 21.15 Uhr, aber nur sechsmal, dann gab Pro Sieben wie so oft vorzeitig auf. Seit Herbst 2007 sind weitere Folgen am späten Sonntagabend bei Kabel 1 zu sehen.

Close To Home

Seit 2007 (Vox). 44-tlg. US-Krimiserie von Jim Leonard („Close To Home“; 2005–2007).

Nach dem Mutterschutz kehrt Annabeth Chase (Jennifer Finnigan) in ihren Job bei der Staatsanwaltschaft in Indianapolis zurück, ohne die erhoffte Beförderung zu bekommen. Die ging an ihre verhasste Kollegin Maureen Scofield (Kimberly Elise), die damit jetzt Jennifers direkte Vorgesetzte ist. Noch weiter oben in der Hierarchie steht allerdings der ihr wohlgesonnene Bezirksstaatsanwalt Steve Sharpe (John Carroll Lynch). Annabeth klärt als Strafverfolgerin Delikte im direkten Umkreis ihrer eigenen Nachbarschaft in der gemütlich wirkenden Vorstadt auf. Es geht um häusliche Gewalt, Missbrauch, Mord oder Brandstiftung. Die zunächst glückliche Ehe, die Annabeth mit Jack (Christian Kane) führt, wird allmählich durch ihr enormes Arbeitspensum immer mehr belastet. In der letzten Folge der ersten Staffel kommt Jack bei einem Unfall ums Leben, und Annabeth muss sich fortan als alleinerziehende Mutter durchschlagen. Gleichzeitig kommt es zu Beginn der  zweiten Staffel zu Veränderungen im Job, allerdings nur um sie herum: Staatsanwalt James Conlon (David James Elliot) ist ihr und Maureens neuer Chef, der gleich seine rechte Hand Ray Blackwell (Jon Seda) aus New York mitgebracht hat. Blackwell und der Polizist Ed Williams (Cress Williams) geraten oft aneinander, und Annabeth muss schlichten.

Altmodische Krimiserie aus Jerry Bruckheimers Serienfabrik, in der im Gegensatz zu den meisten Bruckheimer-Serien die Fälle durch Befragungen und herkömmliche Ermittlungen gelöst werden und ohne wissenschaftliche Special Effects oder Forensik. Also mehr Worte als Wattestäbchen.

Nachdem Vox bereits den Mittwoch und den Montag erfolgreich als Krimitage mit erfolgreichen US-Serien etabliert hat, folgte im Februar 2007 auch noch der Freitag, in dessen Mittelpunkt um 21.05 Uhr Close To Home rückte, gepaart mit Wiederholungen von Crossing Jordan – Pathologin mit Profil. Trotz akzeptabler Einschaltquoten läuft die zweite Staffel mittwochs eine Stunde später.

Crossing Jordan – Pathologin mit Profil

2003–2008 (Vox). 117-tlg. US-Krimiserie von Tim Kring („Crossing Jordan“; 2001–2007).

Die Gerichtsmedizinerin Jordan Cavanaugh (Jill Hennessy) hilft der Polizei in Boston bei der Aufklärung von Mordfällen – ob die Polizei das will oder nicht. Jordan ist eifrig, manchmal besessen von ihren Fällen und eckt mit ihrer forschen Art oft bei ihrem Chef Dr. Garret Macy (Miguel Ferrer) an. Ihre Mutter wurde einst ermordet, der Täter nie gefunden. Von ihrem Vater, dem Ex-Polizisten Max (Ken Howard), der das Thema am liebsten ruhen ließe, holt Jordan sich während der ersten drei Staffeln Rat bei der Aufklärung komplizierter Fälle, die beide oft gemeinsam mit einem der legendären „Cavanaugh-Rollenspiele“ lösen, indem sie fiktiv in die Rollen von Täter und Opfer schlüpfen. Jordans Kollegen sind der Kriminalist Dr. Nigel Townsend (Steve Valentine) und der forensische Insektenkundler „Bug“ (Ravi Kapoor). Er heißt eigentlich Dr. Mahesh Vijayaraghavensatyanaryanamurthy – also doch lieber „Bug“. Lily Lebowski (Kathryn Hahn) ist Macys Sekretärin sowie Trauerberaterin für Hinterbliebene. Trey Sanders (Mahershalalhashbaz Ali) ist ein junger Arzt im Praktikum. Er ist nur in der ersten Staffel dabei, in der zweiten kommen der Polizist Woody Hoyt (Jerry O’Connell), der Jordans Ermittlungen unterstützt, und die Medizinerin Elaine Duchamps (Lorraine Toussiant) dazu, in der dritten ferner die junge Ärztin im Praktikum Devan Maguire (Jennifer Finnigan), die letzteren beiden nur vorübergehend. Ab der fünften Staffel arbeitet die Polizistin Tallulah „Lu“ Simmons verstärkt mit Woody Hoyt zusammen.

Hoffentlich flimmern Ihnen die Augen angesichts der langen Namen jetzt nicht allzu sehr. Wir haben noch Glück, dass Dr. Vijayaraghavensatyanaryanamurthy nicht von Mahershalalhashbaz Ali gespielt wurde.

Nachdem Vox über Jahre dienstags um 22.10 Uhr großen Erfolg mit Ally McBeal hatte, setzte es nach deren Ende die Pathologin mit Profil auf diesen Sendeplatz, wie Ally eine Frau in Boston, und wurde nicht enttäuscht. Ab der dritten Staffel im Januar 2005 wurde die Serie dennoch auf Montag zur gleichen Zeit verlegt, wo sie sich im Sog der vorher laufenden Krimiserien CSI: NY und Criminal Intent – Verbrechen im Visier zum noch größeren Erfolg mit regelmäßig rund drei Millionen Zuschauern entwickelte. Im Februar 2007 transferierte Vox die Serie auf freitags um 20.15 Uhr, um gemeinsam mit Close To Home einen weiteren, diesmal weiblich geprägten Krimiabend zu etablieren.

In der vierten und fünften Staffel gab es jeweils eine Folge, die eine Handlung begann, die in den USA am nächsten Tag in der Serie Las Vegas fortgesetzt wurde, mit Hauptfiguren aus beiden Serien. Da in Deutschland die Rechte an Las Vegas beim Konkurrenten Pro Sieben lagen, übersprang Vox diese „halben“ Folgen.

Das A-Team

1987 (ARD); 1990–1991 (RTL). 97-tlg. US-Actionserie von Frank Lupo und Stephen J. Cannell („The A Team“; 1983–1987).

„Vor einigen Jahren wurden vier Männer einer militärischen Spezialeinheit für ein Verbrechen verurteilt, das sie nicht begangen hatten. Sie brachen aus dem Gefängnis aus und tauchten in Los Angeles unter. Seitdem werden sie von der Militärpolizei gejagt, aber sie helfen anderen, die in Not sind. Sie wollen nicht so ganz ernst genommen werden, aber ihre Gegner müssen sie ernst nehmen. Also, wenn Sie mal ein Problem haben und nicht mehr weiterwissen, suchen Sie doch das A-Team!“

Die Vietnam-Veteranen John „Hannibal“ Smith (George Peppard), Bosco „B. A.“ Baracus (Mr. T), Templeton „Faceman“ Peck (Dirk Benedict) und H. M. „Howling Mad“ Murdock (Dwight Schultz) lassen sich also auf der Flucht vor Militär und Regierung als Helfer in schwierigen Lebenslagen engagieren. Sie jagen Verbrecher in aller Welt im Auftrag von Menschen, die sich das A-Team leisten können. Dabei fliegen regelmäßig nicht nur die Fetzen, vor allem, wenn der Furcht einflößende Muskelprotz B. A. zuschlägt. Hannibal leitet das Team („Ich liebe es, wenn ein Plan funktioniert“), Faceman ist wie Hannibal ein Schauspiel- und Verkleidungskünstler, der leicht geisteskranke „Howling Mad“ Murdock entwickelt Flugmaschinen und ist deren Pilot, und ausgerechnet der starke B. A. hat dummerweise Angst vor dem Fliegen. Für eine Weile ist die Reporterin Amy Allen (Melinda Culea) dabei, die für das A-Team Informationen über deren Gegner recherchiert. In der letzten Staffel verstärkt „Dishpan“ Frankie Sanchez (Eddie Velez) die Truppe und sorgt für Spezialeffekte. Als das A-Team eines Tages gefasst und seinen Mitgliedern die Todesstrafe angedroht wird, willigen sie in der letzten Staffel ein, fortan im Auftrag von General Hunt Stockwell (Robert Vaughn) für die Regierung zu arbeiten.

Im regionalen Vorabendprogramm der ARD liefen nur 26 ausgewählte Folgen, die besonders harmlos waren. RTL zeigte später meist freitags am frühen Abend auch die Folgen, in denen es zur Sache ging (vorab hatte RTL an einem Donnerstagabend erstmals die spielfilmlange Pilotfolge gezeigt, in der „Face“ noch von Tim Dunigan gespielt wurde). Das Besondere daran: In Kampfszenen wurde fast nie jemand verletzt oder gar getötet. Publikumsliebling wurde ausgerechnet der so unsympathisch wirkende Afroamerikaner Mr. T als B. A., eine Abkürzung für „Bad Attitude“. Er trug einen Bart, Irokesen-Haarschnitt und stets Unmengen an Gold- und Juwelenketten um den Hals. Mr. T war in der Tat der richtige Name des Schauspielers. Er war zwar als Laurence Tureaud geboren worden, hatte seinen Namen aber rechtmäßig ändern lassen. Durch die Serie wurde er im wahrsten Sinne ein Prominenter der A-Liste und erhielt zwei eigene Serien: „T & T“ und „Mr. T“.

Die Titelmusik stammte von Mike Post und Pete Carpenter.

Volle Deckung!

Vielleicht müssen wir die Sache mit der Talsohle des Reality-TV bald schon ein weiteres Mal überdenken. Der US-Sender CBS zeigt gerade „Armed & Famous“ („Bewaffnet und berühmt“), eine Show, in der fünf Menschen, die für diesen Zweck als prominent betrachtet werden, eine Polizeiausbildung durchlaufen, inklusive Dienst an der Waffe. Unter den Teilnehmern sind Erik Estrada, bekannt aus der Serie CHiPs und zahllosen Witzen über gewesene Stars, Ozzys Sohn Jack Osbourne und Michaels Schwester LaToya Jackson. Die Frage ist also, ob im Falle einer deutschen Version eine Gefahr für die nationale Sicherheit besteht, je nachdem, welche „Stars“ eine Schusswaffe in die Hand gedrückt bekommen. Die Antwort ist aber auch schon absehbar. Zu den Teilnehmern solcher Shows gehört ja in der Regel Axel Schulz, und von dem wissen wir zum Glück, dass er, selbst wenn er wollte, keiner Fliege etwas zuleide tun könnte.

Michael, 26. Januar 2007, 19:15.

CHiPs

1989–1992 (RTL). 137‑tlg. US-Actionserie von Rick Rosner („CHiPs“; 1977–1983).

CHiPs ist die Abkürzung für California Highway Patrol. Für diese sind die gegensätzlichen Police Officer Frank Poncherello, genannt Ponch (Erik Estrada), und Jonathan Baker (Larry Wilcox) gemeinsam auf Motorradstreife. Ihr Chef ist Commanding Officer Joe Getraer (Robert Pine).

Nennenswerte Handlung hatte die Serie nicht, beide Hauptdarsteller ziehen auch nicht ein einziges Mal die Waffe, dürfen dafür aber einmal einen Transporter voller nackter Volleyball-Spielerinnen verfolgen. Die Serie war nur eine Ausrede, Männer im Village‑People‑ohne‑Schnauzer‑Look in engen Uniformen und hohen Stiefeln auf 1000er Kawasakis zu zeigen. Wenigstens wurde Erik Estrada einmal bei einem Motorrad-Stunt ernsthaft verletzt. Persönliche Differenzen zwischen den beiden Hauptdarstellern führten vor der letzten Staffel zum Ausstieg von Wilcox, weshalb Ponch in den letzten Folgen mit wechselnden neuen Partnern auf Streife war. Trotzdem drehten beide zehn Jahre später einen Film zusammen: „ChiPs ’99“. Um die Jahrtausendwende verkaufte Estrada Fitnesszubehör in Dauerwerbesendungen.

Die einstündigen Folgen liefen im Vorabend-, später im werktäglichen Nachmittagsprogramm.

Die Drews – Eine furchtbar nette Familie

2003 (RTL2). 3-tlg. dt. Reality-Doku-Soap. Nach dem Sensationserfolg der MTV-Serie The Osbournes, die das Privatleben des Rockstars Ozzy Osbourne samt Familie dokumentierte, suchten deutsche Sender flugs nach eigenen Prominenten, die bereit waren, ihr Leben zur Schau zu stellen. Der Schlagersänger Jürgen Drews war schon lange bekannt, eben dies gern zu tun, und so wurde RTL 2 als erster Sender fündig. Die Kameras begleiteten Jürgen, seine Frau Ramona, Tochter Joelina und Dackel Fienchen im heimischen Einfamilienhaus in Dülmen. Die Folgen liefen montags um 21.15 Uhr.

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